Artikel aus dem Kreis-Anzeiger vom 05. Juni 2010:

Stehende Ovationen und laute Bravo-Rufe

Büdingen (co) - Musikzug der Freiwilligen Feuerwehr feiert 60-jähriges Bestehen – Geburtstagskonzert in der Büdinger Marienkirche

Mit seiner Vielseitigkeit und seinem bunten Klangbild begeisterte der Musikzug der Freiwilligen Feuerwehr der Stadt Büdingen beim Geburtstagskonzert zu seinem 60-jährigen Bestehen in der Marienkirche eine große Gästeschar. In einer abwechslungsreichen Programmfolge präsentierten die 40 Mitglieder des Musikzuges, die 20 Musiker seines Jugendorchesters und der Chor „New Inspiration“ aus Wolferborn einen musikalischen Abend auf hohem Niveau.

Der Musikzug präsentierte sich als hervorragendes Orchester, das sowohl in Klassik und Moderne, in geistlicher Musik ebenso wie in Swing, Musicals und Rock zu Hause ist. Dirigent des Musikzuges ist Patrick Günther, den Taktstock des Jugendorchesters schwingt Alexander Gröb, und den Chor leitet Michael Habermann.
Die Moderation hatte flott und humorvoll Horst Diefenbach übernommen. Der Ehrenvorsitzende der Freiwilligen Feuerwehr stand mehr als 40 Jahre an der Spitze des Spielmannszugs der Wehr. Die Zuhörer in der vollbesetzten Kirche honorierten mit stehenden Ovationen und lauten Bravo-Rufen die Musiker.
Das von der Abendsonne durchflutete Gotteshaus war aus zwei Gründen für das Geburtstagskonzert ausgewählt worden: wegen seiner hervorragenden Akustik, in der die Töne wunderbar getragen werden, und weil dort am Totensonntag vor 60 Jahren der erste öffentliche Auftritt des Musikcorps, wie es damals noch hieß, stattfand. Diese Tradition wird seither jedes Jahr gepflegt.
Begrüßt wurden die Gäste vom Vorsitzenden der Feuerwehr, Thomas Appel, und von Holger Kuhl, Abteilungsleiter des Musikzugs. Er dankte den Verantwortlichen der evangelischen Kirche für die gute Zusammenarbeit. Zum Auftakt des Konzerts präsentierte das Jugendorchesters drei Stücke: Beim „Secret lovesong“  erklang ein sauber gespieltes Solo des Trompeters Peter Hanauer, danach war eine Bearbeitung der Kantate 156 von Johann Sebastian Bach für Bläser zu hören.
Mit dem erfrischenden „Sound of spring“, dem „Klang des Frühlings“, verabschiedeten sich die Jungmusiker. Vor dem Auftritt des Musikzuges ließ Horst Diefenbach dessen Geschichte Revue passieren, zu der unvergessliche Auftritte gehören. Mit Pfarrerin Ina Petermann im Saxofonsatz und Pfarrer Volker Truschel bei den Posaunen stellte er zwei Gästemusiker vor.


Solisten: Schenk, Kaltenschnee, Oechler

Der Dirigent: Patrick Günther

Das Programm wurde speziell für das Jubiläumskonzert zusammengestellt und umfasste geistliche Stücke ebenso wie Titel, die der besonderen Akustik der Kirche angemessen sind, wie das beeindruckende Trompeten-Bolero zu Beginn mit fünf Solisten, die auf der Empore spielten. Mit „Nessun Dorma“ aus der Puccini-Oper „Turandot“ war ein weiterer Kunstgenuss zu hören, der zuerst ruhig begann, aber mit voller musikalischer Kraft endete. Nach Afrika ging es mit einem Medley aus dem Musical „König der Löwen“, in dem – wie auch in etlichen anderen Stücken – oft Trommeln und Percussion gefragt waren. Nach einem Spiritual und dem „Sankt Florians Choral“, der richtig Gänsehautgefühl hervorrief, folgte der Chor „New Inspiration“ mit dem Kyrie, einem Lied aus dem Film „Sister Act“, dem Michael-Jackson-Song „We are the world“ und einem Medley aus Titeln der Rock-Band „Queen“.

 

 

Mit einem bemerkenswerten Medley aus Andrew Lloyd Webbers erstem Musical „Joseph“ ging es mit dem Musikzug weiter. Mit „Spiritual moments“ folgte ein Arrangement aus verschiedenen Spirituals, die in einer rockigen Version zusammengeführt waren. Nach dem humorvollen „The Saint’s Halleluja“ wurden die Gäste, zu denen unter anderem Bürgermeister Erich Spamer, Erster Stadtrat Manfred Hix,  Ortsvorsteherin Sabine Kraft-Marhenke sowie Magistrats- und Parlamentsmitglieder zählten, Zeuge einer Welturaufführung. Das „Vater unser“, eine Komposition von Hanne Haller, hatte in dem Arrangement für den Musikzug und den Chor Premiere und ging sehr unter die Haut. Als Zugabe trugen Orchester und Chor das Stück „One moment in time“ vor.

In der Pause des Konzerts erfuhren zwei verdiente Musiker besondere Ehrungen: Der Kreis- und Bezirksstabführer der Freiwilligen Feuerwehr, Paul-Heinz Eckhardt, zeichnete Helmut Wagner, der seit 60 Jahren beim Musikzug mitspielt, mit der Ehrennadel in Gold mit Diamant und dem Ehrenbrief der Bundesvereinigung Deutscher Musikverbände aus. Karl Mayer, der 40 Jahre im Feuerwehr-Musikzug spielte und nach wie vor förderndes Mitglied ist, erhielt die Goldene Ehrennadel mit Kranz und eine Urkunde der Bundesvereinigung.


Paul-Heinz Eckhardt mit den geehrten Helmut Wagner und Karl Mayer
sowie der Vereinsvorsitender Thomas Appel (von links nach rechts)


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