Herbstkonzert der Feuerwehrmusikzüge Büdingen und Hain-Gründau - sowie des Spielmannszuges der Feuerwehr Büdingen
Bericht des Kreis-Anzeiger
Bilder vom Konzert finden Sie hier....
BÜDINGEN (ten). Ein großer
Erfolg war das gemeinsame Wunschkonzert der Freiwilligen Feuerwehr Büdingen und
des Musikzuges der Freiwilligen Feuerwehr Haingründau am Samstagabend in der
Willi-Zinnkann-Halle. Trotz des zeitgleich stattfindenden Fußball-Länderspiels
hatten sich immerhin rund 250 Besucher für das Konzert entschieden. Zugegeben:
Der Titel "Wunschkonzert" führte zunächst etwas in die Irre. Nur vier Titel des
umfangreichen Programms konnten vom Publikum ausgewählt werden. Dabei wurden
seitens der Musiker in den vier Kategorien Märsche, Volksmusik, Pop und Schlager
sowie Musik aus Musicals und Filmen jeweils vier Titel vorgeschlagen, aus denen
sich die Besucher des Abends für jeweils einen entscheiden konnten. Dass die
Idee Anklang fand, zeigt, dass sich rund 90 Gäste an der Wahl beteiligt hatten.
Hätten die Veranstalter unter den Teilnehmern Preise verlost, wäre die ohnehin
gute Beteiligung wahrscheinlich noch größer ausgefallen.
Das Konzert eröffnete der Spielmannszug unter der Leitung von Horst Diefenbach
mit vier Märschen. Aus bekannten und weniger bekannten Titeln hatte er ein
abwechslungsreiches Programm zusammen gestellt, das Diefenbach, ergänzt mit
Informationen zur Geschichte der Titel, gekonnt moderierte.
Wie viele Spielmannszüge, von denen einige inzwischen umstrukturiert wurden, hat
auch der Büdinger Nachwuchssorgen. So besteht das Orchester nur noch aus 18
Musikern. Zusätzlich galt es, einen verletzten Trommler kurzfristig zu ersetzen.
Also sprang Arno Dittrich an der großen Trommel ein. "So lange aber das Niveau
stimmt, machen wir weiter", erklärte Diefenbach. Besonders beim letzten Stück
"Unter dem Sternenbanner" mit dem Diskantflötensolo konnte sich das Publikum von
der Qualität des Spielmannszugs überzeugen.
Auch der Musikzug der Feuerwehr Haingründau unter der Leitung von Klaus Adam
hatte einige Überraschungen in seinem Programm. Ein Solo-Stück für Kaffeetasse
und Orchester wie die "Coffee Serenade" ist weitgehend unbekannt. Mit der
"lustigen Dorfschmiede", bei der sogar ein Amboss eingesetzt wird, setzten die
Gründauer sogar noch eins drauf.
Den Hauptteil des Konzerts bestritt schließlich der Musikzug der Büdinger
Feuerwehr. Dabei beeindruckte, wie Arno Dittrich, der schon bei den
Haingründauern souverän und humorvoll das Programm moderierte, schließlich sein
Orchester führte. Sämtliche Titel, ganz gleich, ob ein Marsch von Schubert, die
Wilhelm-Tell-Ouvertüre von Rossini oder ein Medley aus Titeln der Comedian
Harmonists, wurden absolut perfekt gespielt. Dittrich hat sein Ensemble so gut
ausgebildet, dass man ihm durchaus auch ein reines Wunschkonzert zutraut.
Die Leistung wurde auch vom Publikum honoriert, das bei "Ein Freund, ein guter
Freund" spontan mitsang und mehrere Zugaben vom Musikzug verlangte, die dieser
auch bereitwillig gab. Schließlich war sowohl den Musikern als auch Dittrich
jederzeit die Freude an der Musik anzusehen.
Dabei verschwieg die Geschäftsführerin des Musikzuges, Helga Schenk, nicht, dass
hinter dem Hobby auch harte Arbeit steckt. So hatte Dittrich kurzfristig am
Samstag zuvor noch einen Sonderprobe angesetzt. Schließlich achtet Dittrich als
vorbildlicher Orchesterleiter auf Disziplin und Qualität. Am Rande des
Konzertabends wurde bekannt, dass Arno Dittrich im nächsten Sommer Büdingen
verlassen wird. Man darf gespannt sein, wer die große Lücke, die er dann
zweifelsohne hinterlässt, füllen wird.
Text: Potengowski Kreis Anzeiger